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Rechtsanwalt

Bußgeldverfahren: Landgericht Wuppertal entbindet den Betroffen von der Pflicht in der Hauptverhandlung persönlich zu erscheinen

Da sich die örtliche Zuständigkeit in Bußgeldsachen allein nach dem vermeidlichen Tatort richtet, liegen zwischen dem Gerichtsort und dem Wohnort des Betroffenen oftmals eine größere Distanz. Je größer die Distanz, je lästiger ist für den Betroffenen die Anreise. Nun gibt es Konstellationen, in denen die Anwesenheit des Betroffenen aus Verteidigersicht geboten erscheint, etwa weil der Betroffene aufgrund seiner Persönlichkeit im Stande ist einen „positiven Eindruck“ bei Gericht zu hinterlassen. Allein dies kann -freilich nur in geeigneten Fällen- schon den „entscheidenden Ausschlag“ geben. In vielen Fällen ist dagegen aus Verteidigersicht die Anwesenheit des Betroffenen entbehrlich. Das Gesetz dagegen sieht grundsätzlich eine Anwesenheitspflicht des Betroffenen vor. Indes kann der Beschuldigte unter bestimmten Voraussetzungen die Entbindung vom persönlichen Erscheinen verlangen. In der Praxis werden Entbindungsanträge -je nach Gericht und Richter- höchst  unterschiedlich beschieden. Nicht immer hat man den Eindruck, dass die Ablehnung der Entbindung nicht genutzt wird um dem Betroffenen die Verfolgung seiner Rechte zu erschweren oder das Verfahren schnell zu beenden.

Das Amtsgericht Wuppertal hatte in dem nunmehr vom Landgericht entschiedenen Fall erstinstanzlich dem Entbindungsantrag des Betroffenen verworfen. Weil der Betroffene dennoch nicht erschienen war, hatte das Amtsgericht Wuppertal den Einspruch des Betroffenen mit Verweis auf dessen Fehlen in der Hauptverhandlung ebenfalls verworfen. Diese Entscheidung wurde vom Landgericht Wuppertal (26 Qs-523 Js 238/14-193/14) korrigiert.  Gem. § 73 Abs. 2 OWiG sei das Amtsgericht verpflichtet, ohne dass insoweit ein Ermessensspielraum besteht, einen Betroffenen von der Pflicht um persönlichen Erscheinen auf seinen Antrag hin zu entbinden, wenn er sich zu Sache geäußert oder erklärt hat, sich in der Hauptverhandlung nicht weiter einzulassen, und seine Anwesenheit zur Aufklärung wesentlicher Gesichtspunkte des Sachverhalts nicht erforderlich ist.

Die Entscheidung des Landgerichts ist aus Verteidigersicht erfreulich.

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Mittwoch, Juli 1st, 2015 | Allgemein - Beiträge

Im App-Store von Apple sowie bei „Google Play“ können Sie ab sofort die neue „Donner und Partner Bussgeldbescheid-Check-App“ kostenlos herunterladen. Die App ermöglicht es einen Anhörungsbogen oder Bussgeldbescheid bequem mit dem Handy ab zu fotografieren und auf dem direkten Wege an uns zur Prüfung zu versenden.

 

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Seitenstreifen ist nach OLG Celle (Beschluss vom 8.4.2015) nicht Teil der Fahrbahn

Das OLG Celle hat in einer neuen Entscheidung (Az.:321 SsRs 51/15) festgestellt, dass der Seitenstreifen nicht als Bestandteil der Fahrbahn anzusehen ist. Entsprechend kann, so der Senat,  die unberechtigte Nutzung des Seitenstreifens nicht als ein „unberechtigtes Überholen“ nach § 5 StVO gewertet werden. Dies bedeutet indes nicht, dass die unberechtigte Nutzung des Seitenstreifens gänzlich sanktionslos bliebe, da gemäß  § 2 Abs. 1 S.1 i.V.m. § 49 Abs. 1 Nr. 2 StVO,  auch die unberechtigte Nutzung zum des Seitenstreifens zwecks schnellerem Fortkommen bereits eine Ordnungswidrigkeit darstellt. Diese ist indes mit einer geringeren Regelgeldbuße versehen, als das verbotswidrige Überholen.

 

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Lebensversicherungen und Rentenversicherungen „kündigen“, aber richtig ! Kündigung oder Widerspruch ?

Ein Versicherungsnehmer, der seine Lebensversicherung nach wenigen Jahren wieder aufgeben muss, läuft Gefahr, von den gezahlten Beiträgen kaum etwas wiederzusehen. Diese Gefahr muss sich bei Ihnen jedoch nicht realisieren, denn die Rechte der Versicherungsnehmer sind durch die Rechtsprechung gestärkt worden. Unter bestimmten Voraussetzungen kann nämlich auch ein Anspruch auf Rückzahlung der geleisteten Versicherungsbeiträge, welche den Rückkaufswert übersteigen, bestehen.

Rechtsanwalt Rustemeier berät Sie zu allen rechtlichen Fragen der richtigen Beendigung einer Lebens- und Rentenversicherung und des Anspruchs auf Rückzahlung von geleisteten Versicherungsbeiträgen.

Für die Versicherungsnehmer ist eine Kündigung regelmäßig – insbesondere in den ersten Jahren – ein Verlustgeschäft, weil die Versicherungen bei einer Kündigung lediglich den sog. Rückkaufswert zahlen. Dieser liegt häufig unter dem, was der Versicherungsnehmer zuvor an Beiträgen und Gebühren eingezahlt hat. Dies liegt insbesondere daran, dass die ersten Beiträge des Versicherungsnehmers dazu genutzt werden, die hohen Provisionen und den Verwaltungsapparat des Versicherers zu finanzieren.

Es kann jedoch nach einem erfolgten Widerspruch des Versicherungsnehmers ein Anspruch auf Rückzahlung von geleisteten Versicherungsbeiträgen nach bereicherungsrechtlichen Grundsätzen bestehen. Der Bundesgerichtshof hat in einer Reihe von Urteilen die Position des Versicherungsnehmers gestärkt. So hat etwa der BGH mit Urteil vom 07.05.2014 – IV ZR 76/11 wesentliche Fragen zum Widerspruchsrecht nach § 5a VVG a.F. im Fall der unterbliebenen/fehlerhaften Belehrung bzw. im Fall der Nichtüberlassung von Unterlagen geklärt. Nach dieser Entscheidung gilt:

1. 5a Abs. 2 Satz 4 VVG a.F. ist unter Beachtung des Urteils des EuGH vom 19.12.2013 (C-209/129) richtlinienkonform einschränkend auszulegen.
2. Danach enthält § 5a Abs. 2 Satz 4 VVG a.F. eine planwidrige Regelungslücke, die richtlinienkonform dergestalt zu schließen ist, dass die Vorschrift im Bereich der Lebens- und Rentenversicherung und der Zusatzversicherungen zur Lebens-versicherung nicht anwendbar ist, aber auf die übrigen Versicherungsarten uneingeschränkt Anwendung findet.
3. Im Fall der Unanwendbarkeit des § 5a Abs. 2 Satz 4 VVG a.F. besteht das Widerspruchsrecht des Versicherungsnehmers, der nicht ordnungsgemäß über sein Widerspruchsrecht belehrt worden ist und/oder die Versicherungsbedingungen oder eine Verbraucherinformation nicht erhalten hat, grundsätzlich fort.
4. Ist der Versicherungsvertrag infolge eines rechtzeitigen Widerspruchs nicht wirksam zustande gekommen, ist bei der bereicherungsrechtlichen Rückabwicklung der erlangte Versicherungsschutz zu berücksichtigen.

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ipod ist trotz „Telefon-App“ kein Mobiltelefon im Sinne des § 23 StVO

Das Amtsgericht in Waldbröhl hat in einer Entscheidung (44 OWI-225 JS 1055/14-121/14) festgestellt, dass ein IPod trotz „Telefon-App“ nicht als ein Telefon im Sinne von § 23StVO anzusehen sei. Ein tragbares Medienabspielgerät ohne eigene SIM-Karte könne nicht als ein Mobiltelefon im Sinne der Vorschrift angesehen werden, auch wenn telefonieren durch Benutzen einer App über eine (WLAN-)Internetverbindung möglich sei. Der Betroffene wurde mithin vom Vorwurf des „Telefonierens am Steuer“ freigesprochen.

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Update: BGH hat am 28.10.2014 zur Verjährung von Ansprüchen auf Erstattung von Bearbeitungsgebühren entschieden

Montag, Dezember 29th, 2014 | Aktuelle Beiträge und Urteile, Bankrecht

Der XI Zivilsenat des Bundesgerichtshofes hat mit Urteil vom 28.10.2014 die Frage zur Verjährung von Ansprüchen auf Erstattung von Bearbeitungsgebühren im Sinne der Verbraucher entschieden. Die Kunden konnten daher von den Banken die Erstattung der Bearbeitungsgebühren von Darlehensverträgen seit 2004 von der Bank verlangen.

Vielfach ist hierzu von den Banken ein Einredeverzicht seitens der Bank bis 31.03.2015 oder kürzer erklärt worden. Betroffene Kunden sollten daher rechtzeitig vor Ablauf dieser Frist eine weitere Hemmung der Verjährung erreichen. Hierzu sollte der betroffene Kunde die Möglichkeit eines Ombudsmannverfahren oder die Durchführung eines gerichtlichen Mahnverfahrens in Betracht zieehen.

Sofern sich die Bank mit der Rückerstattung in Verzug befindet, können Sie auch einen Anwalt beauftragen, dessen Kosten im Rahmen des Verzugsschadens ebenfalls gegenüber der Bank geltend gemacht werden können.

Gerne beantworten wir Ihnen Ihre Fragen zu dem Thema Bearbeitungsentgelte und helfen Ihnen bei der Durchsetzung der Ansprüche. Für eine Terminvereinbarung in Düsseldorf oder Wuppertal bei Herrn Rechtsanwalt Mäkel, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht, wenden Sie sich gerne an uns.

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