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1. Funktionsweise

Bei dieser Messtechnik werden elektromagnetische Hochfrequenzstrahlen ausgesandt. Treffen diese auf einen in Bewegung befindlichen Reflektor, also ein vorbeifahrendes Fahrzeug, ändert sich die Frequenz der Strahlung. Trifft der gebündelte Radarstrahl auf einen Reflektor, wird er zum Sender zurückgeschickt. Die Antenne ist sowohl Sender als auch Empfänger.

Die Wellenlänge der Radarstrahlung verändert sich dadurch, dass der Reflektor in Bewegung ist. Die empfangenen Wellen werden mit den ausgestrahlten überlagert und verglichen.

Es gibt zwei Auswertungsphasen. In der ersten wird festgestellt ob der Reflektor auf den Sender zufährt oder ob sich von diesem entfernt. In der zweiten Auswertungsphase wird die Größe der elektromagnetischen Welle festgestellt und als Maß der Geschwindigkeit umgerechnet.

 

2. Messwertbildung

Beim Durchfahren eines Radarstrahles mit einem Fahrzeug entstehen verschiedene Mengen von Dopplersignalen. Beim Durchfahren des Radarstrahles verändert sich der Winkel zwischen Fahrzeug und Messgerät. Hierdurch werden unterschiedliche Geschwindigkeitswerte festgestellt.

Alle Dopplerperioden werden in einem Histogramm gespeichert.

 

3. Fotoauslösung

Wird der eingestellte Grenzwert überschritten, wird (bei abfließendem Verkehr) zu dem Zeitpunkt zu dem das Fahrzeug den Radarstrahl verlässt die Kamera ausgelöst. Bei Messungen des ankommenden Verkehrs erfolgt eine vorgezogene Kameraauslösung

 

4. Messörtlichkeit

Die Radarsonde wird neben der Fahrbahn aufgestellt, sodass sie in einem bestimmten Winkel in die Bewegungsrichtung des zu messenden Fahrzeuges hinein strahlt. Dieser Strahlwinkel ist fest auf 20 Grad einjustiert. Es wird nicht die tatsächliche Geschwindigkeit gemessen, sondern nur die relative Geschwindigkeit als Abstandsveränderung des Fahrzeugs zur Radarsonde ermittelt. Die gemessene Geschwindigkeit beträgt zwischen 92,4-94,4 % der tatsächlichen Geschwindigkeit. Unter Berücksichtigung des Strahlwinkels wird dann die tatsächliche Geschwindigkeit errechnet.

Die Messanlage muss notwendigerweise parallel zur Fahrbahn aufgebaut werden. Die Antenne muss im rechten Winkel zur Fahrbahnkante ausgerichtet werden. Der korrekte Aufbau in Ausrichtung zur Fahrbahn lässt sich anhand des Beweisfotos ermitteln.

Werden bei der fotogrammetrischen Auswertung Abweichungen festgestellt die mehr als 0,5 Grad betragen kann davon ausgegangen werden, dass der Aufbau der Messanlage nicht ordnungsgemäß erfolgte. Dies führt dazu, dass ein größerer Winkelfehler nicht als Messbetriebsüblicher Fehler angesehen werden kann und auch nicht von der Verkehrsfehlergrenze erfasst ist. Somit muss in diesem Fall der Messwert zuzüglich der Verkehrsfehlergrenze um den festgestellten Bereich korrigiert werden.

 

Durch das Aufstellen in einem Kurvenbereich kann es ebenfalls zu einer Veränderung des Messwinkels kommen. Es werden bestimmte Anforderung an die Aufstellung im Kurvenbereich gestellt.  Bei einspurigen Fahrbahnen muss das Straßenstück, von der Antenne aus gemessen, für 30m gerade verlaufen. Bei zweispuriger Fahrbahn für 40m und bei dreispuriger Fahrbahn für 50m. Bei einem Krümmungsradius der größer als 1600m ist gilt das Straßenstück als gerade. Dieser Krümmradius ist erforderlich, da ansonsten aufgrund der Verkleinerung des Messwinkels bei der Messung am Kurvenaußenrand eine zu hohe Geschwindigkeit ermittelt würde.

Es ist außerdem bei der Wahl des Messortes noch zu beachten, dass sich im Verlauf des Radarstrahles bis zum überwachten Fahrstreifen keine Hindernisse befinden, der Raum vor der Antenne innerhalb von 4m frei bleibt und der Aufstellplatz parallel zur Fahrbahnoberfläche liegt und eben ist.

Desweiteren muss bei der Aufstellung der Geräte darauf geachtet werden, dass sich keine Gegenstände in der Umgebung befinden die reflektieren und somit die Messung zu Lasten des Betroffenen beeinflussen können, wie zum Beispiel Metalltafeln oder Garagentore.

 

 

Es gibt folgende mögliche Reflexionen:

a)      Knickstrahlreflexion

Der ausgesandte Radarstrahl wird an einem Reflektor (Leitplanke o.Ä.) umgelenkt und in eine andere Messrichtung gesandt. Gegenstände die sich dort bewegen reflektieren den Strahl zurück und führen zu einer Messwertbildung.

 

b)      Doppelrelexion

Der Radarstrahl wird im Frontbereich des gemessenen Fahrzeuges nach vorne abgelenkt, diese Strahlen beinhalten die Geschwindigkeitsinformationen. Wenn diese Strahlen auf einen Reflektor treffen, werden sie zurück reflektiert. Treffen die Strahlen nun zum zweiten Mal auf das Fahrzeug, wird die Geschwindigkeitsinformation erneut hierzu addiert. Es erfolgt die Ermittlung der doppelten Geschwindigkeit.

 

c)      Dreifache Reflexion

Diese Situation ist gegeben, wenn sich zwei in verschiedene Richtungen fahrende Fahrzeuge im Bereich der Aufnahme befinden. Zunächst wird die Geschwindigkeitsinformation des im Bild befindlichen Fahrzeuges aufgenommen und danach die des entgegenkommenden Fahrzeuges. Die Geschwindigkeiten werden addiert.

 

Zur Vermeidung solcher Fehlmessungen ist es erforderlich den Messbetrieb höchst aufmerksam zu gestalten. Zudem muss jeweils vor Beginn des Messbetriebes und nach dessen Beendigung ein Testfoto erstellt werden (Kalibrierungsfoto), um die Funktionsfähigkeit des Gerätes zu beweisen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

II. MULTANOVA 6F

 

1. Funktionsweise

Die Funktionsweise dieses Radarmessgerätes entspricht der des Traffipax Speedophot. Das Gerät wird im Fahrzeug, im Stativbetrieb und von der Brücke herab betrieben.

Der Strahlwinkel bei diesem Gerät ist aber auf 22 Grad justiert. Die gemessene Geschwindigkeit aus einem Messimpuls beträgt 91,0%-94,2 % der tatsächlichen Geschwindigkeit.

 

2. Messwertbildung

Es entstehen unterschiedliche Mengen von Dopplersignalen während ein Fahrzeug durch den Radarstrahl fährt. Die Signale werden in drei Phasen untersucht.

 

a)      Erste Phase

Es wird ein Fahrzeug im Radarstrahl registriert.

 

b)      Zweite Phase

Die Messrichtung wird bestimmt und ein vorläufiger Geschwindigkeitswert wird ermittelt wenn über eine Strecke von 25 cm strenge Gleichmäßigkeitskriterien erfüllt wurden (Konstanzstrecke). Ergibt sich diese nicht, wird die Messung annulliert. Ergibt sich eine Konstanzstrecke wird der ermittelte Messwert überprüft. Bei Abweichungen von mehr als +/- 3 % wird die Verifizierung abgebrochen.

 

c)      Dritte Phase

Hier wird überprüft ob die Verifizierung abgebrochen wurde, weil das gemessene Fahrzeug den Radarstrahl verlassen hat. Nur dann kann die Zuordnung des Messwertes zum abfotografierten Fahrzeug gewährleistet werden.

 

3. Fotoauslösung

Wird der eingestellte Geschwindigkeitsgrenzwert überschritten, wird die Kamera ausgelöst. Die Geschwindigkeit wird nach der Kontrollphase eingeblendet.

 

 

 

4. Messörtlichkeit

Auch hier gelten die Bedingungen wie für das Radargerät „Traffipax Speedophot“. 

Zudem muss beim Aufbau beachtet werden, dass das Radargerät nicht gegenüber von Reflektoren aufgebaut wird die zu Fehlmessungen führen können. Im Hinblick darauf sollte der Betrieb mit höchster Aufmerksamkeit erfolgen um solche Fehlerquellen durch Reflektoren zu vermeiden.

Werden in einem Fahrzeug zwei Geräte gebraucht um beide Verkehrsrichtungen zu überwachen ist für jedes der Gerät eine Bedienperson notwendig, wenn sie im automatischen Messbetrieb verwendet werden.

 

5. Testfotos

Auch hier müssen vor Inbetriebnahme Testfotos gefertigt werden.

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