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I. Messung mit nicht geeichtem Tachographen

 

1.  Messmethode

Die Geschwindigkeit ermittelt sich bei dieser Messmethode durch das Messfahrzeug. Bei dieser Messmethode können die drei i9m Folgenden beschriebenen Messfehler auftreten.

 

2. Technischer Messfehler

Ein technischer Messfehler rührt direkt vom Messgerät her. Für Fahrzeuge vor 01.01.1991 sind Abweichungen von bis zu 7 % des Skalenendwertes in den letzten beiden Dritteln der Tachometeranzeige zulässig, für Fahrzeuge nach dem 01.01.1991 darf die angezeigte Geschwindigkeit nicht geringer sein als die tatsächlich gefahrene und darf die tatsächliche Geschwindigkeit um 10 % zuzüglich 4 km/h nicht überschreiten.

Bei justierten Tachografen gibt es keine Bestimmungen über die Höhe der Toleranzen, jedoch dürfen die Toleranzen nicht geringer sein als bei einem geeichten Messgerät. Der Toleranzwert kann anhand der Verkehrsfehlergrenze bestimmt werden. Beträgt die Verkehrsfehlergrenze des bei der Justierung verwendeten Messgerätes bei Werten bis 100 km/h 3 km/h und bei Werten über 100 km/h 3% so ist als Toleranz jeweils das Doppelte, also je 6 km/h oder 6 % anzunehmen.

Hierbei ist zu beachten, dass bei der Betrachtung der Verkehrsfehlergrenze kein weiter Spielraum verbleibt.

 

3. Ablesefehler

Hierbei ist zu beachten, dass der Geschwindigkeitswert von demjenigen Messbeamten abgelesen wird, der auch das Fahrzeug führt. Dieser hat die allgemeine Verkehrssicherheit zu beachten und er muss darauf achten den Abstand zu dem vorausfahrenden Fahrzeug genau einzuhalten um den Tachowert regelmäßig abzulesen.

Die Fehlergröße hierbei wird wohl bei 5 km/h liegen.

 

 

4. Beobachtungs- und Abstandsfehler

Bei der Messmethode durch Nachfahren kann die Geschwindigkeit nur unter Abstandsbetrachtungen auf das betroffene Fahrzeug übertragen werden. Dem Messbeamten bleiben für seine Feststellungen bezüglich der Abstände nur wenig Zeit. Zudem hat er in dieser Zeit auch noch andere Dinge, wie die allgemeine Verkehrssituation zu beachten.

Bei einer Messentfernung von 50 m kann diese durchaus derart abweichen, dass es bei Messbeginn tatsächlich 70 m und bei Messende tatsächlich 40 m sind. Jedoch muss der Abstand zu Messbginn und Messende gleichgroß sein um die Geschwindigkeit des Messfahrzeugs korrekt auf das vorrausfahrende Fahrzeug zu übertragen. Hat sich der Abstand zum Messende hin vergrößert, so wurde das vorausfahrende Fahrzeug mit einer höheren Geschwindigkeit gefahren als es gemessen wurde. Verkleinert sich jedoch der Abstand zum Ende hin, wurde das vorrausfahrende Fahrzeug mit einer geringeren als der gemessenen Geschwindigkeit gefahren.

 

Eine Messung mit nicht geeichten Tachographen darf nur dann verwendet werden, wenn zu dem Messvorgang ein Protokoll erstellt wurde. Diese muss Angaben dazu enthalten Wo der gleichbleibende Abstand hergestellt wurde und die Messung begonnen wurde. Wo die Messung beendet wurde und wie lang die Messstrecke war. Wie die Messstrecke bestimmt wurde  und ob eine gleich bleibende Geschwindigkeit vorlag. Es müssen außerdem Beschreibungen des Abstandsverhaltens zum vorrausfahrenden Fahrzeug aufgeführt werden und woran orientiert der Abstand festgestellt wurde.

 

Das OLG Celle hält in seinem Beschluss vom 25.10.2004 einen Sicherheitsabschlag von 20 % zur Deckelung aller möglichen Messfehler für angemessen.

 

II. Messung mit geeichtem Tachographen

Auch hier sind die Fehlerquellen wie bei dem nicht geeichten Tachographen gegeben. Jedoch können sich diese durch technische Sicherungen minimieren lassen.

Messungen mit geeichten Tachographen erfolgen durch die Messanlagen „Police-Pilot“, „ProViDa“ und „VASCAR“. Die Messanlagen sind in ihrer Bauart ähnlich und im Folgenden wird die Messart anhand des ProViDa erklärt. Diese besteht aus der Kalibierbox, dem Police-pilot und dem Video-Datengenerator.

Durch die Kalibrierbox wird die Geschwindigkeit des Messfahrzeugs anhand der Drehzahl des Rades ermittelt. Durch den Police-Pilot erfolgen eine Zeitmessung mit einer Auflösung von 1/100-Sekunde, eine Wegstreckenmessung mit einer Auflösung von 0,3 m und die Berechnung der Durchschnittsgeschwindigkeit mit einer Auflösung von 0,01 km/h.

 

1. Messmethode

Bei der Messanlage ProViDa wird mit dem verfolgenden Fahrzeug eine bestimmte Wegstrecke ausgemessen, die dann für das betroffene Fahrzeug als Messstrecke gilt. Beim Durchfahren der Strecke durch das betreffende Fahrzeug wird dann die Zeit gestoppt.  Hieraus ergibt sich dann rechnerisch die gefahrene Geschwindigkeit.

 

Eine Messung kann auch in der Form erfolgen, dass die Länge der Wegstrecke zu Beginn in den Police-Pilot eingegeben wird und die Geschwindigkeit des Messfahrzeuges beim Durchfahren durch die Stoppuhr gemessen wird. War der Abstand zwischen dem Messfahrzeug und dem zu messenden Fahrzeug bei Messbeginn und Messende gleich, kann die Geschwindigkeit des Messfahrzeuges auf das zu messende Fahrzeug übertragen werden. War der Abstand hingegen nicht gleich, entstehen Messfehler.

 

Eine weitere Messmöglichkeit ist sowohl die Wegstreckenmessung als auch die Zeitmessung beim Start der Verfolgung zu beginnen und bei Beendigung der Verfolgung zu beenden. Aus den Daten wird die Geschwindigkeit des Messfahrzeuges ermittelt und auf das zu messende Fahrzeug übertragen. Auch hierbei sind Messfehler möglich, wenn der Abstand zu Messbeginn und zu Messende nicht gleich groß war.

 

Auch bei mit ungleichem Anfangs- und Endabstand ist eine Messung in der Form möglich, dass die Wegmessung separat von der Zeitmessung erfolgt. Die Zeitmessung wird gestartet, wenn das zu messende Fahrzeug einen bestimmten Festpunkt erreicht hat, sie wird gestoppt, wenn das Fahrzeug einen zweiten Festpunkt erreicht hat. Die  Wegstreckenmessung beginnt, wenn das Messfahrzeug den ersten Festpunkt erreicht und beim Erreichen des zweiten Festpunktes wird sie gestoppt.

Auch hierbei sind Messfehler möglich. Die Genauigkeit der Messung ist abhängig von der Genauigkeit mit der der Messbeamte die Messungen beginnt bzw. beendet.

 

Bei der Messung mittels eines geeichten Geschwindigkeitsmessers wird bei gleich bleibendem Abstand die Durchschnittsgeschwindigkeit des Messfahrzeuges ermittelt. Dies erfolgt in der Weise, dass die einzelnen Durchschnittsgeschwindigkeiten, die in festen Zeitintervallen in die Videoaufzeichnung eingeblendet werden addiert und durch ihre Anzahl dividiert werden.

Die ermittelte Durchschnittsgeschwindigkeit kann auf das betreffende Fahrzeug übertragen werden. Messfehler können entstehen wenn der Abstand nicht gleich bleibt.

 

2. Toleranzen

Die Toleranzen ergeben sich aus dem Eichschein zum Messgerät. Die Verkehrsfehlergrenezen hat bei einer Geschwindigkeit bis zu 100 km/h einen Wert von 5 km/h und bei einer Geschwindigkeit über 100 km/h einen Wert von 5 %.

Bei anderen Eichscheinen beträgt die Verkehrsfehlergrenze 4m bei Wegstrecken bis zu 100m und 4% bei solchen über 100m. Bei der Zeitmessung beträgt sie 0,1% der gemessenen Zeit zuzüglich 0,02 s.

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